Die romantische Beauty-
und Gesundheitsfarm
Relax Guide
Natur & Lage
Besonders für den Großstadtbewohner, zu dessen alltäglichem Gegenüber vornehmlich Bildschirme, Betonflächen und Hausfassaden gehören, ist die Lage in belebender Natur einer der wichtigsten Relax-Faktoren überhaupt.
Blumenübersäte Almwiesen, stille Bergseen oder ein herrlicher Fernblick können sowohl psychisch als auch somatisch bereits kleine Wunder bewirken. Und das nicht nur beim ganz normalen „Stress-Patienten“.
Fazit: Eine in diesem Sinne schöne Lage ist für uns sehr wichtig, was sich natürlich auch in der Benotung niederschlägt.
Daher: Auch das allerschönste Wellnesshotel mit kompetent durchgeführten Behandlungen wird, wenn es in einem Gewerbegebiet liegt (so etwas gibt’s wirklich), kaum über 13 Punkte oder eine Lilie hinauskommen.
Ambiente
Nicht jeder notdürftig adaptierte Kellerraum eignet sich zum Wohlfühlen. Wer auf Körper und Sinne hören will, der findet sich in einem unfeinen Ambiente, in niedrigen, verwinkelten und unharmonisch gestalteten und vielleicht auch noch schlecht belüfteten Räumen in einer paradoxen Situation gefangen, an der er unweigerlich scheitern muss. Ein nachhaltiger Effekt bleibt in solchen Fällen aus, und der Wellnessurlaub geht an den Bedürfnissen des Gastes vorbei. Die höchsten Bewertungen vergeben wir jedenfalls für ein stilvolles Ambiente mit reduzierten visuellen Reizen, welches es dem (ohnedies reizüberfluteten) Entspannungssuchenden ermöglicht, wieder ein bisschen zu sich selbst zu finden. Sagenhaft inszenierte „Erlebniswelten“ gehören nach Disneyland, in die Ordner „Freizeitstress“ oder „Kollektive Verblödung“ und punkten im RELAX Guide nur schlecht – oder gar nicht.
Ausstattung & Dienstleistung
Ähnlich ist das bei weitläufigen Wellnesszonen, die mit allerlei überflüssigem Schnickschnack aufgemotzt wurden. Kein Mensch braucht zwanzig verschiedene Saunen, und auf Dinge wie Massagemaschinen, künstliche „Mikro-Strände“ oder gar einen Klima-Apparat, der „einen dreistündigen Spaziergang am Strand ersetzt“ (Werbung), wollen wir liebend gerne verzichten.
Fazit: Qualität geht bei uns vor Quantität, Schmonzes drückt die Bewertung nach unten.
Die Hotelausstattung sollte aber dem heutigen Standard entsprechen. Und man darf, so meinen wir, nicht für jedes kleine Extra separat zur Kasse gebeten werden. Auch ein Bademantel sowie Badeschlapfen sollten ohne Aufpreis dazugehören.
Mehr noch als die harten Fakten zählt für uns aber die Dienstleistungsqualität, die wesentlich von Ausbildung und Motivation abhängt. Bei den Mitarbeitern eine echte Wohlfühlatmosphäre von Freundlichkeit und ungekünsteltem Gut-drauf-Sein entstehen zu lassen, zählt zu den wichtigsten Management-Aufgaben in der Gesundheitshotellerie. Wer sie beherrscht, kommt im RELAX Guide auch mit einer viel weniger guten Ausstattung auf respektable Lilien-Werte. Familienbetriebe haben es hier übrigens meist leichter als große Bettenburgen und zentral verwaltete Kettenhotels.
Weiteres wichtig sind kompetente Therapeuten. Und nicht zuletzt die Küchenleistung. Auch bei ihr gilt für uns: Qualität vor Quantität, möglichst aus biologischer Herkunft, frisch zubereitet und für höchste Ansprüche. Bewertet wird – so angeboten – die Halbpensions-Küche. Das aus gutem Grund: Zahlreiche Hotels haben nämlich neben dem regulären Beherbergungsbetrieb noch ein À la carte-Restaurant, das nicht selten auf eine ausgezeichnete Gourmetküche stolz sein kann. Immer wieder müssen wir aber erleben, dass man als Halbpension buchender Hotelgast mit Speisen-qualitäten zweiter oder gar dritter Klasse konfrontiert wird.